Kräutertherapie    
Östliche Kräuterheilkunde
Bis zum heutigen Zeitpunkt ist ungeklärt, wann die chinesische Kräuterheilkunde zum ersten Mal zum Einsatz kam. Geschichten und Legenden über originale „Schriften“ der Chinesischen Medizin reichen bis zu 2800 Jahre v. Chr. zurück - in eine Zeit, in der theoretisches und praktisches Kräuterwissen nur mündlich überliefert werden konnte. Damals wurde das Wissen von Ärzten weitergegeben, deren Aufgabe es war, den jeweiligen Herrscher gesund zu erhalten. Wurde der Kaiser krank, testeten seine Ärzte verschiedene Kräuterrezepturen an Untergebenen, die ähnliche Symptome aufwiesen. Erst wenn eine dieser Behandlungen erfolgreich war, erhielt sie auch der Kaiser. Diese Rezepturen wurden an andere Ärzte weitergegeben, die damit wiederum ihre eigenen Patienten kurierten und weiterführende Erfahrungen sammelten. So wurde das Wissen immer größer und der Erfahrungsschatz immer reicher. Chinesische Ärzte fanden heraus, dass sich der Körper selbst helfen konnte, wenn er nur die richtige Unterstützung bekam. Sie sahen den Körper als Ganzes und waren deshalb bemüht, Kräuter zusammenzustellen, die sich in ihrer Wirkung ergänzten und das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele unterstützten. Über viele Jahre entwickelten die Gelehrten verschiedene Kräutermischungen, die dazu bestimmt waren, die Energie des Einzelnen zu stärken und zu regulieren, um beständige Gesundheit und letztlich sogar Unsterblichkeit zu erlangen.

Westliche Kräuterheilkunde
Aber auch Anwendungen mit europäischen Kräutern haben eine lange Tradition. Das Wissen um die Heilkraft der Kräuter wurde uns hauptsächlich von Nonnen und Mönchen überliefert, die ihre in Klostergärten und bei der Krankenpflege gewonnenen Erkenntnisse und Rezepturen schriftlich festhielten. Denken Sie nur an die Äbtissin Hildegard von Bingen, die bereits vor 800 Jahren begonnen hatte, ihr Kräuterwissen aufzuschreiben und gemäß ihrer Wirkung einzuordnen. Hildegards Rezeptbücher enthalten 62 verschiedene Fiebermittel, 79 Herzmittel, 99 Rheumamittel und 156 Salben. Besonders nach der Erfindung der Buchdruckerkunst erschien eine große Anzahl Kräuterbücher, von denen das bekannteste wohl dasjenige von Hieronymus Bock ist.